Ohne Bilder


… oder was „Kevin allein Zuhaus“ und  „2001: Odyssee im Weltraum“ vor kurzen mit mir zu tun hatten, und warum immer der Mensch zählt.

Ich bin Single – und meistens allein Zuhaus‘, wenn nicht gerade meine Famile, Beruf oder meine Hobbies mich in die Aussenwelt locken. Als „Kevin“ machte man sich so seine Gedanken um die Sicherheit seiner eigenen Behausung zu erhöhen, insbesondere dann, wenn noch aus anderen alten Zeiten (liebe) Mitbewohner mit mir hier verweilten. Da gabs mal den Makel des Haustür-Schlüssel-Verlierens… Gut, als Techniker und Tüftler sieht man sich um und wird fündig, etwas mit Biometrie, abgeschottet als eigenes System ohne Internet. Nein, kein Iris-Scan, nur das lebende Gewebe eines Fingerprints, wird dem System gelernt, und alle Mitbewohner und andere liebe Menschen konnten ohne lästigen Schlüssel das Haus betreten oder das Haus verschließen und wieder verlassen. So weit die Praxis und Theorie. Es funktionierte praktisch immer ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten. Batterien werden zweijährlich getauscht und fertig. Als Single hat man nurmehr seine eigenen zehn Finger registriert und alles ist gut. Auch aus dieser alten Zeit stammen Alarmanlage, und noch weitere Einbruchshemmende Dinge – denn der kreative „Kevin“ hat vorgesorgt.

Letztens ließ mich aber mein eigenes Haus nicht Einlass gewähren – schnell fühlte ich mich an die „Odyssee im Weltraum“ erinnert:

„Ach ja natürlich die Batterien“ – so mein Gedanke – morgen werde ich sie tauschen, kein Problem. Gesagt und „fast “ getan, ahnungslos den Morgen gestartet einen Termin erledigt und mir sogleich vorgenommen, diese Angelegenheit gleich danach zu erledigen. Doch dann kam es zu dieser Szene: (ab 0:52)

Ist ja fast so, das Haus „dein“ Raumschiff, vollgepackt mit Technik. Doch dann die Erkenntnis – ich bin ausgesperrt! Schlüsseldienst? Gute Idee – aber abgesehen von den Kosten können die in diesem Fall nur die Türe aufbrechen. Was „geht“ also noch? Und da kommt es – dieses fiese Gefühl „ich muss jetzt bei mir selber einbrechen!“, und das ganze mit dem Kalkül danach selbstangerichtete(!) Schäden wieder gut zu machen, und wieviel das Alles kosten mag.  Noch ein Gefühl: „Sich selbst ausgetrickst zu haben, gleichzeitig der Zorn über sich selbst – weniger über das Produkt – der Zorn dass ich es eigentlich gar nicht mehr bräuchte – diese Art von Zutritt. Ein normales Schloss hätte ich noch gehabt, aber jetzt? Jetzt ist da alles in dem Gebäude, und ich kann da nicht mehr rein!

Mir wird schlecht. Ein Plan muss her – schleunigst. Wo übernachte ich? Ich übernachtete wirklich – konnte aber nicht gut schlafen… Versicherungs Polizze? Aha. Oder soll ich die Polizei informieren, dass ich bald in mein eigenes Haus versuche „einzubrechen“? Mir wird übel. Soll ich doch bares Abheben um dann doch einen Schlüsseldienst zahlen zu können? Brauche ich das Geld für eine 10m (!) Leiter? Die Herstellerfirma angerufen: „No way! Nach ihrer Beschreibung dürfte es sich um einen Elektronikausfall handeln – Aufbrechen lassen, bzw. auf einen anderen Weg in das Haus gelangen“. Nice day. Schluck. Durch den Rauchfang wie der Weihnachtsmann? Sehr witzig. Nun, ich will hier keine Anleitung beschreiben, wie ich nun schlussendlich wieder in mein Haus kam (abenteuerlich und ohne Schäden). Mehr als das „Dach“ möchte ich hier nicht erwähnen. Wichtig ist mir in diesen Beitrag, dieses wahnsinns Glück gehabt zu haben, die richtigen Menschen, Familie, Berufskollegen und Nachbarn zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gehabt zu haben, aber auch das Wetter spielte eine Rolle. Quintessenz: Mehrere Leute haben kreative Ansätze, und aus dieser Mischung wurde eine erfolgreiche Lösung. Und ich bin wieder happy nach dieser unfreiwilligen brachialen Herzmassage. Das elektronische Schloss konnte ich selbst wieder auf das mechanische austauschen. Das ist wieder so eine Entwicklung oder ein Beispiel – es ist zwar in „digital“ auch einiges „schön“ aber analoge Technik ist super und bleibt super. Und vielleicht werden Analog-Techniker so wie ich einer bin, eines Tages heißbegehrt?

Egal, insgesamt zählt der Mensch.

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20 Gedanken zu “Ohne Bilder

  1. Sicher war das ein übles und sehr abenteuerliches Gefühl. Sich auszusperren ist auch ohne den Elektrik-Trick schon gemein genug. Bei der Erwähnung des Wortes „Dach“ haben sich blitzartig Cliffhanger-artige Szenen vor meinem geistigen Auge abgespielt …

    • Cliffhanger ist gut 🙂 – aber es war gott sei dank nicht wirklich gefährlich, am dach bewege ich mich recht sicher – umso mehr wenn es trocken ist, kein wind weht, und man handschuhe mit grip dabei hat 😉 … und die sat-schüssel will ja auch immer wieder betreut werden.

  2. *gggg* Jetzt habe ich richtig mitgefiebert, geht er jetzt zur Polizei und läßt die einbrechen oder zur Feuerwehr? Schnell weiter gelesen, hach, liebe Menschen mit vielen guten Ideen, das Dach und alles ist wieder gut! Zwischendrin dachte ich ja, vielleicht ist er in einem Traum und wird gleich wach und freut sich, dass das alles nur ein böser Traum war! 😉
    Puh, war ganz schön aufregend, lieber Andreas! Pass jetzt bloß auf Deinen Schlüssel auf und hinterlege einen Schlüssel bei einem Menschen, dem Du absolut vertraust!!
    Ganz liebe Grüße von der Pauline 😀 ♥

    • sehr schlau! auf solche dinge legen die versicherungen hier in österr. sehr viel wert: ein gekipptes fenster gilt hier als offen. – wird wohl dasselbe in deutschland sein! 🙂

mit der bitte um eine wortspende. ;-) ich werde diese schnellstmöglichst frei schalten, danke!

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